Ein mehrteiliges Leinwandbild teilt ein einziges Foto auf mehrere separat aufgezogene Keilrahmen auf, die mit etwas Abstand nebeneinander hängen. Der Reiz liegt im Wechsel aus durchlaufendem Motiv und sichtbaren Lücken. Das Auge ergänzt das Bild über die Spalten hinweg. Damit das gelingt, kommt es beim Aufteilen auf zwei Dinge an: den Steg, also den Wandabstand zwischen den Panels, und die Kantenerweiterung für jeden einzelnen Rahmen.
Diptychon, Triptychon, Mehrteiler: der Unterschied
Die Begriffe sagen nur, in wie viele Teile ein Motiv aufgeteilt wird:
- Beim Diptychon sind es zwei Panels, oft gleich breit. Das wirkt ruhig und symmetrisch.
- Das Triptychon mit drei Panels ist die klassische und beliebteste Variante. Es funktioniert gleich breit ebenso wie mit einem breiteren Mittelteil.
- Ein Mehrteiler aus vier, fünf oder mehr Teilen, gern auch versetzt oder als Raster, wirkt am dynamischsten. Dafür verlangt er das ruhigste Motiv.
Eines haben alle gemeinsam: Es bleibt ein Bild. Die Teile werden nicht einzeln gestaltet, sondern aus demselben Foto herausgeschnitten. Auch das Material, das später hinter den Lücken verschwindet, gehört dazu.
Der Steg: warum Bildinhalt hinter den Lücken verschwinden muss
Hängen die fertigen Leinwände mit beispielsweise 3 cm Abstand an der Wand, fehlt dort echtes Motiv. Schneidet man das Foto einfach in gleiche Stücke, sind die Bildlinien über die Lücke hinweg versetzt. Eine Horizontlinie träfe dann links und rechts der Lücke nicht mehr auf gleicher Höhe aufeinander.
Deshalb wird beim Aufteilen genau die Breite des Spaltes aus dem Motiv entfernt. Man legt die Panels also nicht einfach nebeneinander. So fluchten Horizont, Gebäudekanten und Diagonalen über die Lücken hinweg. Üblich sind 2 bis 4 cm Wandabstand je Spalt.
Wo darf die Trennlinie liegen?
Die Spalten sind sichtbare Schnitte durchs Bild. Plane sie bewusst:
- Halte Gesichter und Augen von der Trennlinie fern. Ein durch die Lücke geteiltes Gesicht wirkt fast immer störend.
- Lege die Schnitte in ruhige Zonen: Himmel, Wasser, unscharfen Hintergrund oder gleichmässige Flächen.
- Achte auf dominante Linien. Ein Horizont oder eine starke Diagonale, die sauber über alle Panels durchläuft, verstärkt den Effekt.
- Bei drei Teilen gehört das Hauptmotiv in die Mitte. Die Seitenteile zeigen dann den Kontext.
Jedes Panel braucht seine eigene Kantenerweiterung
Ein häufiger Fehler: Man teilt das Bild korrekt auf, übersieht aber, dass jedes Panel ein eigenständiger Keilrahmen ist. Jedes Teilstück braucht ringsum zusätzliches Material, um die Rahmentiefe zu umschliessen und auf der Rückseite getackert zu werden, genau wie ein einzelnes Leinwandbild.
An den äusseren Kanten des Gesamtbildes gilt das Übliche: Bildwrap, Spiegelung oder Farbrand. Auch die inneren Kanten zur Lücke hin brauchen Wrap-Material. Dort ist eine Spiegelung meist die sicherste Wahl, weil sie keinen Motivinhalt abschneidet. Welche Methode wann passt, erklärt der Beitrag Gallery Wrap vs. Keilrahmen-Spiegelung.
Gängige Aufteilungen
| Format | Aufteilung | Wirkung |
|---|---|---|
| Diptychon | 2× gleich breit | Ruhig und symmetrisch, gut für Porträtpaare und Vorher/Nachher |
| Triptychon gleich | 3× gleich breit | Der Klassiker für Panoramen und Landschaften |
| Triptychon mittig betont | schmal · breit · schmal | Lenkt den Blick aufs Hauptmotiv in der Mitte |
| 4-teilig | 4× gleich breit | Breite Panoramen, sehr grosse Wände |
| Raster (z. B. 2×2) | Gitteranordnung | Modern und grafisch; braucht ein flächiges, ruhiges Motiv |
Schritt für Schritt mit Canvas Print Hero
Der Mehrteiler-Modus übernimmt das Aufteilen samt Steg und Kantenerweiterung automatisch:
- Bild laden und den Mehrteiler-/Triptychon-Modus wählen.
- Anzahl der Panels und die Aufteilung festlegen (gleich breit oder mittig betont).
- Den Spalt (Wandabstand) eingeben. Das Motiv wird passend gekürzt, damit die Linien fluchten.
- Rahmentiefe und Wrap-Methode setzen. Die Kantenerweiterung berechnet die App für jedes Panel einzeln.
- Falt- und Schnittmarkierungen aktivieren und alle Panels in einem Rutsch als druckfertige TIFF-, JPEG- oder PDF-Dateien exportieren.
In der Live-Vorschau und der Wandskizze siehst du sofort, wie der fertige Mehrteiler an der Wand wirkt, samt der Lücken dazwischen.
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Kostenlos herunterladenHäufige Fragen
Wie viele Megapixel brauche ich für einen grossen Mehrteiler?
Da ein Mehrteiler insgesamt sehr breit wird, ist genug Auflösung entscheidend. Wie viele Pixel du für welche Gesamtbreite brauchst, steht im Beitrag Auflösung & DPI für Leinwanddruck.
Müssen alle Panels gleich gross sein?
Nein. Ein betontes Mittelteil (schmal · breit · schmal) ist eine beliebte Triptychon-Variante. Canvas Print Hero unterstützt sowohl gleiche als auch ungleiche Aufteilungen.
Brauche ich dafür Photoshop?
Nein. Canvas Print Hero teilt das Bild eigenständig auf, ganz ohne Photoshop oder Plugins, für macOS, Windows und Linux.